Newsletter I-2020, BayWa r.e. Operation Services GmbH

Anlagenbetrieb in Zeiten von Covid-19

Die Covid-19 Krise hat großen Einfluss auf alle Lebensbereiche und natürlich auch auf unser Arbeitsleben. Deshalb möchten wir eine kurze Zwischenbilanz für Sie ziehen und die Auswirkungen auf den Betrieb Ihrer Wind- oder Solaranlagen und unseren Arbeitsalltag zeigen. 

Dezentrale Standorte und virtuelle Kaffeepausen

Eine Schlüsselrolle in der Anlagenüberwachung haben unsere Leitstellen. Diese hatten wir im Zuge der 24/7-Umstellung bereits vor einigen Jahren auf die Standorte München, Bangkok und Sterling (UK) aufgeteilt. Covid-19 hat nun auch dort dafür gesorgt, dass die Kollegen im Homeoffice arbeiten, damit alles weiterhin reibungslos funktioniert. Was unsere Projektleiter seit zwei Jahren nach Wunsch praktizieren, ist nun auch hier möglich und der Betrieb geht weiter wie gehabt. 

Man trifft sich zwar nicht mehr an der Kaffeemaschine oder im Flur mit den Projektleitern und weiteren Kollegen, sondern im „Virtuellen Kaffeeklatsch“ oder auch beim „Virtuellen Feierabendbier“. Bier ist allerdings nicht überall verfügbar, wie unser aus Bayern stammender Kollege Gernot Bauer in Bangkok realisieren musste: Die thailändische Regierung hat ein Verkaufsverbot auf Alkohol ausgesprochen, mittlerweile seit 20 Tagen, eine Verlängerung um weitere 30 Tage steht im Raum. Gernot, Care-Pakete für dich und deine Kollegen sind klimafreundlich(er) mit dem Schiff unterwegs… - deklariert als Ersatzteile, denn da gibt es in Thailand tatsächlich teilweise Engpässe. Doch allgemein fügt Gernot hinzu: “Unsere internen Prozesse sind sehr krisenerprobt, da muss schon mehr kommen als ein Covid-19!“ 

Bei den Service- und Wartungsunternehmen, die sich laufend in den Leitstellen an- und abmelden, läuft der Betrieb nach vereinzelten anfänglichen Startschwierigkeiten wieder weitestgehend normal. Bei den von uns überwachten Reaktions- und Entstörungszeiten der Anlagen haben wir keine kritischen Veränderungen feststellen müssen. Einige Unternehmen hatten recht schnell Schreiben mit Hinweis auf Höhere Gewalt durch Covid-19 versandt gehabt, was aber wohl mehr der rechtlichen Absicherung als einer echten Ankündigung von Verzögerungen dienen sollte. 

Einschätzung der Branche – Nordex Energy GmbH

Christian Walter, Head of Customer Management & After-Sales Service Region Central (GER-AU-CH-NL-LUX) bei Nordex Energy GmbH sagt zur aktuellen Lage bei Nordex: 

„Im Rahmen des „COVID-19 Business Continuity Plan“ haben wir uns auf mögliche Szenarien und Einschränkungen vorbereitet und können im Bedarfsfall auf diesen zurückgreifen. Grundlage bildet ein umfassendes Konzept zum Schutz der Beschäftigten im operativen Service und an den Standorten. Frühzeitige Bildung fester Teams im Feld und die Arbeit und Erreichbarkeit im „Homeoffice“ sind hierbei als elementare Maßnahmen zu nennen. Ein weiterer Vorteil, der sich in diesen Zeiten auszahlt, ist unsere dezentrale Struktur und die Erfahrung bei der standortübergreifenden „digitalen“ Zusammenarbeit.“

Von unseren hausinternen Servicetechnikern für Wind- und PV-Anlagen sowie Mittel- und Hochspannungsanlagen, die täglich im Feld unterwegs sind, kam eine ähnliche Rückmeldung. Dank guter Vorbereitung „vor Corona“ und schnellen Entscheidungswegen zu Beginn der Krise sind die Kollegen weiterhin vor Ort tätig und sorgen für einen geregelten Anlagenbetrieb. 

Wie sieht es bei Gutachtern aktuell aus?

Wir haben dazu mit Philipp Stukenbrock, Leiter Vertrieb bei der 8.2 Consulting AG, gesprochen: „Wir sind gesund und, wenn nicht im Feld, dann ebenfalls im Homeoffice. Hier profitieren wir von unserem großen 8.2-Sachverständigen Netzwerk und erstellen weiterhin ganz normal Gutachten und machen Vorort-Besichtigungen. Engpässe gibt es teilweise seitens einiger Hersteller, die wir für die Steuerung der WEA anfragen. BayWa r.e. hat uns hier Unterstützung angeboten – es ist schön zu sehen, dass sich die Windbranche untereinander unterstützt, insbesondere in solchen Ausnahmezeiten“. 

Zusammen im Team sind wir stark

Mobiles Arbeiten ist bei BayWa r.e. keine Neuheit mehr, dank einer standardmäßigen Ausstattung mit Laptops und Einwahlmöglichkeiten per VPN. Auch zeitweises Homeoffice ist seit Längerem Bestandteil unseres Arbeitsalltags. Unsere regionale Verteilung mit derzeit mehr als 8 Standorten in Deutschland erwies sich nun als vorteilhaft, da weite Anreisen mit Übernachtungen derzeit nur eingeschränkt möglich sind. Natürlich ist es auch für unsere Mitarbeiter eine Herausforderung, über solch einen langen Zeitraum ausschließlich aus dem Homeoffice zu arbeiten und nicht selten den Spagat zwischen Berufs- und Familienleben in einer kleinen Wohnung zu bewältigen. Aber auch dieser Herausforderung stellen wir uns als Team entgegen und freuen uns schon heute auf das Zusammentreffen in unseren Büros sowie der Zentrale in München. 


Nachhaltigkeit

Unsere Klimastrategie und das Engagement für nachhaltiges Wirtschaften

Ende April hat sich der Earth Day bereits zum 50sten Mal gejährt! Für uns als BayWa r.e. war es ein Anlass, um uns langfristige Umweltprobleme wie die globale Erwärmung, die enorme Luftverschmutzung, den Verlust von Lebensraum und biologischer Vielfalt noch deutlicher vor Augen zu führen. 

Während auf kurze Sicht die Überwindung der COVID 19-Pandemie im Mittelpunkt stehen muss, spielen Unternehmen bei der Bewältigung langfristiger Nachhaltigkeitsherausforderungen eine größere Rolle als je zuvor. Dieser Rolle wollen wir als globales Unternehmen gerecht werden und haben ein neues Sustainability Framework 2025 erstellt. Es zeigt auf, wie wir als BayWa r.e. gemeinsam unser Wirtschaften nachhaltiger gestalten wollen und bietet uns einen Rahmen, wie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BayWa r.e. sich in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren auf dem gemeinsamen Weg zu mehr Nachhaltigkeit einbringen können.

Die BayWa r.e hat seit 2018 eine 100prozentige CO2-Kompensation für unsere Geschäftstätigkeit umgesetzt. Zudem bekennen wir uns voll und ganz zu den Zielen der BayWa AG Klimastrategie, wie etwa der Versorgung mit 100 % erneuerbarem Strom und der Reduzierung des spezifischen Energieverbrauchs sowie der Reduzierung der absoluten Kohlenstoffemissionen um 22 % bis 2025.
Wir gehen aber noch einen Schritt weiter über die reine Betrachtung der Emissionen hinaus – Aus diesem Grund integrieren wir zusätzliche wirtschaftliche, soziale und ökologische Zielsetzungen in das Sustainability Framework 2025. Diese Zielsetzungen orientieren sich an dem von den Vereinten Nationen definierten Ansatz der "Sustainable Development Goals (SDGs)" – einem breit akzeptierten Standard für Organisationen, die sich der Nachhaltigkeit verschreiben. 

Unser Nachhaltigkeitsteam hat mit Kolleginnen und Kollegen auf der ganzen Welt gesprochen und anhand dieser Interviews eine Auswahl der SDGs getroffen. Sie bieten Orientierung für die Formulierung konkreterer Nachhaltigkeitsziele und Pläne konkreter Maßnahmen, um diese zu erreichen. 

Einen Überblick über unsere ausgewählten SDGs und wie die Mitarbeiter diese beruflich wie privat leben, geben wir Ihnen in den kommenden Newslettern. 


BayWa r.e.

BayWa r.e. realisiert größten schwimmenden Solarpark außerhalb Chinas

Innerhalb von gerade mal 7 Wochen hat die BayWa r.e. die weltweit größte schwimmende PV-Anlage außerhalb Chinas realisiert. Das 27,4 MWp-Projekt Bomhofsplas wurde auf einem Baggersee im niederländischen Zwolle mit rund 73.000 PV-Modulen, 13 schwimmenden, zum Patent angemeldeten Transformatoren, und 338 Wechselrichtern errichtet.

Mit Expertise und Innovationskraft hat die BayWa r.e. ein eigenes Floating-PV-System entwickelt, das auf der zum Patent angemeldeten Unterkonstruktion ZimFloat basiert. Auch diese wurde von der BayWa r.e. in Zusammenarbeit mit der Zimmermann PV-Stahlbau GmbH entwickelt.

Das Floating PV-System ist in der Lage, hohen Wind-, Wellen- und Schneelasten standzuhalten und bietet eine sichere Struktur für den laufenden Betrieb und die Wartung.

Dieses neuartige System ermöglicht die Erzeugung von erneuerbaren Energien auf künstlichen Süßwassergewässern wie stillgelegten Steinbrüchen, Kies- und Sandabbauseen sowie Stauseen. Neben der Nutzung von ungenutzten Flächen und den neuen Möglichkeiten, die sich für Besitzer künstlicher Gewässer ergeben, haben schwimmende Solaranlagen noch einige weitere Vorteile gegenüber Freiflächenanlagen. Dazu gehören die deutliche Reduzierung der Wasserverdunstung, eine einfachere Installation, höhere potenzielle Erträge dank des Kühlungseffektes des Wassers sowie niedrigere Betriebs- und Wartungskosten.

Schauen Sie sich unsere aktuellen Floating-PV Projekte an!


BayWa AG

Smarte Lösungen für den Landwirt dank „sprechender“ Felder

Kaum ein zu bewirtschaftendes Stück Land ist in sich homogen und bietet überall das gleiche Ertragspotenzial. Eine gleiche Bewirtschaftung aller Felder ist unwirtschaftlich, da Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel teilweise verschwenderisch eingesetzt werden und an anderen Stellen das volle Ertragspotenzial nicht ausgeschöpft wird. Die unterschiedliche Beschaffenheit des Bodens erfordert demnach eine differenzierte Bewirtschaftung. 

Dieses hat BayWa AG zum Anlass genommen, um zusammen mit ihren Tochterfirmen FarmFacts GmbH und Vista Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH, welche über viele Jahre hinweg per Satellitenaufnahmen weltweit Bildmaterial von Biomasse-, Standort- und Ertragsinformationen  gesammelt hat, Lösungsangebote rund um  die sogenannten TalkingFields Karten zu entwickeln. In Kombination mit dem Farm Management System NEXT Farming von FarmFacts kann dieses Datenmaterial dem Landwirt bereitgestellt und zusammen mit vielfältiger Sensorik an Landmaschinen für betriebliche Effizienzsteigerungen nutzbar gemacht werden. Der Landwirt kann dank dieser digitalen Lösung jederzeit den aktuellen Entwicklungsstand einzelner Feldzonen verfolgen, Aussaat- und Feldvorbereitungen planen sowie die getroffenen Entscheidungen an die Landmaschinen weitergeben und so eine optimale Management-Strategie für das Feld erzielen. 

Das Thema High-Tech hat damit auch in der Landwirtschaft längst Einzug gehalten. Digitale Lösungen werden künftig dazu beitragen, ein genaueres Verständnis von Boden und Pflanzen zu erhalten, was zu fundierten Entscheidungen des Landwirts führt und ein deutlich effizienteres und vor allem auch nachhaltigeres und umweltschonenderes Wirtschaften ermöglicht.

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