Barth V Solar Park

Ein Projekt der BayWa r.e. Gruppe

Förderfreier Solarpark Barth V

Mit unserem 175 MWp Projekt Don Rodrigo im südspanischen Sevilla haben wir 2018 bereits bewiesen, dass sich Solargroßkraftwerke in Europa förderfrei und zu günstigeren Stromgestehungskosten als alle anderen Energieformen realisieren lassen. Aber ist dies auch mit einem 8,8 MWp Solarpark in Deutschland möglich? Ja, wenn man es von Anfang an klug plant…

Barth V – bereits 2016 an morgen gedacht

Während des Baus des Solarparks Barth III auf dem Gelände des Ostseeflughafens Stralsund-Barth im Jahr 2016 haben wir bereits die für 2019 geplanten Solarparks Barth IV-VI im Auge gehabt und entsprechend vorausschauend geplant. So haben wir beispielsweise die Kabel für die neuen Parks gleich mit in den Kabelgraben von Barth III verlegt und die Kosten entsprechend umgelegt, haben die Anlagen in unserem bewährten, kosteneffizienten Systemdesign geplant und haben für alle drei neuen Parks eine gemeinsame, langfristige non-resource Finanzierung mit einer Kreditlaufzeit von 20 Jahren durch die Umweltbank abgeschlossen, um die Zinssätze so gering wie möglich zu halten. Barth V als einer der drei neuen Solarparks auf dem Ostseeflughafen, ist unser erstes realisiertes, förderfreies Solarprojekt in Deutschland und gleichzeitig aktuell das größte dieser Art hierzulande. Die Vermarktung des Stroms wird durch einen fünfjährigen Stromabnahmevertrag mit der hauseigenen Energiehandelstochter BayWa r.e. Clean Energy Sourcing GmbH (CLENS) übernommen. Seit Oktober 2019 ist Barth V in Betrieb.

Unsere Botschaft:
Solarenergie kann schon heute in Deutschland marktfähig sein. Sie ist eine der wichtigsten Energiequellen unserer Zukunft.

Trotz der Realisierung des ersten förderfreien Solarprojektes in Deutschland wird das EEG auch in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle für das Gelingen der Energiewende spielen. Zwar ist in den Bereichen Kleinanlagen und mittelgroße Gewerbeanlagen die Umsetzung von Eigenverbrauchskonzepten ohne Einspeisetarif in einigen Fällen möglich, eine Förderung wird in diesem Segment aber weiterhin notwendig bleiben. Darüber hinaus ist die Förderung von Kleinstanlagen aus Gründen der Beteiligung breiter Bevölkerungsschichten und der Ermöglichung dezentraler, lastnaher Versorgung wünschenswert und sinnvoll.

Mit Barth V beweisen wir als Vorreiter im Gebiet der förderfreien Solarprojekte aber auch, dass Netzparität unter bestimmten Voraussetzungen und mit geschickter Planung bereits 2019 auch für kleinere Projekte in Deutschland möglich ist.

Standort

Barth V wurde in Mecklenburg-Vorpommern direkt auf dem Gelände des Ostseeflughafens Stralsund-Barth errichtet. (Lageplan/Topographie)

Landpacht

Verpächter des Grunds ist der Ostseeflughafen Stralsund-Barth, mit dem wir seit dem Bau des ersten Solarparks dort im Jahr 2012 eine sehr gute Beziehung pflegen. Wie schon Barths Bürgermeister Stefan Kerth bei der Eröffnungsfeier des Solarparks Barth III im Mai 2017 betonte, ist der Ostseeflughafen durch die Zusammenarbeit mit uns einer der wenigen kommunalen Flughäfen, die verlustfrei betrieben werden können.

Kompensationsmaßnahmen

Nach § 9 Abs. 1 Nr. 25a BauGB werden rund um den Solarpark Bäume und Sträucher angepflanzt. Zudem eine zweireihige Feldhecke mit folgender Gehölzzusammensetzung:

  • 20 % Hainbuche (carpinus betulus)
  • 30% Weißdorn (Crataegus monogyna)
  • 30 % Schlehe (Prunus spinosa)
  • 10% Holunder (Sambucus nigra)
  • 5% Hundsrose (Rosa canina)
  • 5% Hasel (Corylus avellana)

Der Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft im Sinne von § 1a Abs. 3 BauGB in Höhe von 19,37 ha Kompensationsflächenäquivalent erfolgt durch die Entwicklung von Naturwaldflächen auf den Flurstücken 97/2 und 98 der Flur 1 Gemarkung Planitz durch freie Sukzession bzw. Verzicht auf forstwirtschaftliche Nutzung. Das verbleibende Ausgleichsdefizit wird durch Ökopunkte ausgeglichen, die wir bei der Naturschutzbehörde der Gemeinde kaufen.

Einsatz lokaler Partner

Wie bei jedem unserer Projekte setzen wir beim Bau unserer Solarparks auf den Einsatz lokaler Partner. Zur Kampfmittelräumung haben wir die Firma M.A.K.S. Kampfmittelbergung GmbH aus Peenemünde eingesetzt.

Die Sammelstation wurde von der Firma Beton- und Energietechnik Heinrich Gräper GmbH & Co. KG mit Sitz in Ahlhorn und Heiligengabe hergestellt.

Das eingesetzte Messkonzept stammt von der Firma Acteno mit Sitz in Heidelberg. Für die dafür notwendigen Messgeräte setzen wir auf die smart meter der Firma EMH mit Sitz in Gallin.

Details zum Systemdesign

Module
Die Solaranlage wurde mit Modulen von Risen Solar Technology ausgestattet. Typ: 72 cell high performance monocrystalline PERC Module
Es wurden 23.728 Module à 370 Wp für gesamt 8.779,36 kWp verbaut.

Wechselrichter
Wir nutzen Stringwechselrichter der Firma Huawei, Typ SUN2000 60KTL (6 Stck.) und 100KTL (37 Stck.).

Unterkonstruktion
Wir verwenden die hochqualitative Unterkonstruktion von Zimmermann PV Stahlbau GmbH & Co. bestehend aus verzinkten Stahlbauteilen. Diese sind hochkorrosionsbeständig und von überragender Stabilität.

Remote Monitoring
Für das 24/7 Remote-Monitoring verwenden wir ein System von ZEBOTEC GmbH mit individuellem Zugriff und verschiedenen Datenanalysewerkzeugen mit Primärsteuerung von unserem Hauptsitz in München aus und first-level Support am Standort des Parks.
Durch das Überwachungssystem ist es auch möglich, die Produktion der Anlage nach den Wünschen des Netzanbieters gemäß den lokalen Anforderungen zu steuern.

Transformatoren

  • Mittelspannungs-Transformator von Siemens
  • Öltrafo mit 1250 – 1800 kVA
  • Herstellung und Erprobung nach IEC 60076 Standard
  • 24 Monate Garantie nach Vor-Ort-Prüfung
  • Transformatorenstationen der FEAG GmbH
  • Rated Power: 1250 – 1800 kVA
  • Primärstufe Spannung: 20 kV
  • Sekundäre Nennspannung: 0,8 kV
  • Arbeitsgarantie: 30 Monate

Messkonzept und Sammelstation

Dadurch, dass für alle drei neuen Solarparks ein in die bereits bestehende Führung integriertes Kabelsystem genutzt wird, müssen für jeden Park eigene Zähler verbaut werden, damit die erzielten Leistungen separat gemessen und abgerechnet werden können. Über eine Sammelstation mit einem Gewicht von ca. 35 Tonnen wird die Leistung zum Umspannwerk Kenz geleitet. Dort befindet sich ein vierter Zähler, der die gesamte Leistung nochmal misst.

Zeitplan

Dauer der Bauphase3 Monate
InbetriebnahmeOktober 2019
VerkaufDezember 2019

Hammerschlag statt Spatenstich

Auf dem Bild (v.links): Frank-Peter Lender vom Landkreis Vorpommern-Rügen, der Stralsunder Amtsleiter für Wirtschaftsförderung/Stadtmarketing Peter Fürst, Barths Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig, Albert Schlaak (BayWa r.e.) und Flughafenchef Jan Hufnagel freuen sich auf den Bau der weiteren Solarparks auf dem Gelände des Barther Flughafens.

Am Mittwoch, 5.Juni 2019 feierten wir auf dem Gelände des Ostseeflughafens Stralsund-Barth den Hammerschlag-Event für die drei neuen Solarparks Barth IV-VI mit einer Gesamtleistung von 18,7 MWp. Nach einer Einführung und Präsentation der neuen Parks durch unseren verantwortlichen Projektleiter Albert Schlaak war ein symbolischer Hammerschlag der Höhepunkt der Feier. Beim Bau des Vorgängerparks Barth III im Jahr 2016, wurden bereits die Kabel für die neuen Parks, darunter Barth V als erster förderfreier Solarpark in Deutschland, verlegt und so kann nun direkt mit dem Bau der Unterkonstruktion für alle drei neuen Solarparks begonnen werden.

Inhalte
    Kontakte
    Albert Schlaak
    Projektmanager
    BayWa r.e. Solar Projects GmbH
    Felix Gmelin
    Ansprechpartner Presse
    BayWa r.e. renewable energy GmbH
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