Windpark Beckum

Ein Projekt der BayWa r.e. renewable energy GmbH

Windenergie in Nordrhein-Westfalen

Die Windbranche ist in Nordrhein-Westfalen sichtbar gewachsen und sicherte 2016 über 20.570 Arbeitsplätze. Darüber hinaus werden etwa ein Fünftel der Zuliefereraufträge an regionale Unternehmen vergeben um die Rhein und Ruhr Region wirtschaftlich zu stärken. Die einstige Steinkohle-Bergbau Region Deutschlands wandelte sich im vergangenen Jahrzehnt zu einem Bundesland der Windenergie. Durch den lokal wachsenden Windmarkt entwickelten viele mittelständische Unternehmen im Bereich Gießerei und Maschinenbau ein neues Standbein. Im bevölkerungsreichsten Bundesland erbrachte die Windenergie allein im Jahr 2013 einen Anteil von 2,7 Prozent der Bruttostromerzeugung. Umgerechnet wurden damit knapp 1,4 Millionen Haushalte mit grünem Strom versorgt. So verzeichnet Nordrhein-Westfalen insgesamt 3.630 Windenergieanlagen und eine installierte Leistung von 5.449 MW. Mehr erfahren

Windpark Beckum 

BayWa r.e. hat die Projektrechte im Frühjahr 2018 für den Windpark Beckum übernommen und hat kürzlich den Genehmigungsantrag nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) für das Projekt eingereicht.
Im Windpark Beckum sollen vier Windenergieanlagen des Typs Nordex N149 mit einer Nabenhöhe von 125 m und einer Nennleistung von je 4,5 MW errichtet werden. Die Gesamthöhe der einzelnen Windenergieanlagen beträgt max. 200 m. Die Anlagen werden ca. 45.000 MWh grünen Strom im Jahr erzeugen – das entspricht dem jährlichen Strombedarf von über 14.000 2-Personen-Haushalten. Das wiederum macht einen Anteil von ca. 5% aller Haushalte im Landkreis Warendorf aus.

Standort

Der geplante Windpark befindet sich im Gebiet der Stadt Beckum, östlich des Stadtteils Vellern, im Landkreis Warendorf, Nordrhein-Westfalen.     
Durch den Windpark verläuft die Bundesautobahn (BAB) 2. Über eine nahe gelegene Ausfahrt der Autobahn soll auch die verkehrsmäßige Anbindung über bereits bestehende Wege in den Windpark erfolgen.

Übersichtskarte

Planung und Genehmigung

Der Genehmigungsantrag für den Windpark Beckum wurde wie geplant im November 2018 eingereicht. Diesem Prozess ging eine ausgiebige und detaillierte Planungsphase voraus. Bei der Planung wurden insbesondere Abstandskriterien zu Siedlungen und Straßen eingehalten. Zudem wurde die Windpark-Optimierung unter Beachtung der Abstände der geplanten Windenergieanlagen untereinander sowie zu bestehenden Anlagen durchgeführt.

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach BImSchG werden alle betroffenen Fachbehörden sowie Träger öffentlicher Belange beteiligt. Dieses Verfahren schließt zudem eine Öffentlichkeitsbeteiligung mit ein.

Detaillierte Planung und sorgfältige Gutachten sind Vorraussetzung

Als elementarer Bestandteil der Planung wurden sämtliche umwelt- und artenschutzrechtlichen Belange durch unabhängige externe Gutachter untersucht sowie Kompensationsmaßnahmen zugunsten des Landschaftsbildes und des Artenschutzes, festgelegt. Weiterhin wurden umfassende Schall- und Schattenwurfprognosen erstellt, um die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte für Schall- und Schattenemissionen an allen relevanten Immissionsorten in der Umgebung sicherzustellen.

Im weiteren Verlauf wird das Projekt von unserem Regionalbüro in Braunschweig betreut.

Zeitplan

Der Zeitplan ist von vielen Faktoren abhängig. Unser Ziel ist es, die Windenergieanlagen so schnell wie möglich ans Netz zu bringen. Zum jetzigen Stand gehen wir davon aus, dass im Juli 2020 die Genehmigung für den Windpark Beckum erteilt wird. Mit dem EEG 2017 (Erneuerbare-Energien-Gesetz) wurden in Deutschland Ausschreibungen für Windenergieprojekte eingeführt. Im Anschluss an die Erteilung der Genehmigung werden wir für den Windpark Beckum an solch einer Ausschreibung teilnehmen. Errichtung und Inbetriebnahme sind für das erste Quartal 2021 geplant.

Windpark im Gebiet der Stadt Beckum 

Jede bauliche Errichtung stellt immer eine Veränderung der Natur und Landschaft dar. Es ist uns daher besonders wichtig, mit großer Sorgfalt vorzugehen und entsprechend sensibel mit der Tier- und Pflanzenwelt umzugehen.

Wofür wird die derzeitige Fläche genutzt? Ist die derzeitige Nutzung mit den Windanlagen kombinierbar?

Derzeit werden die Flächen, auf dem die vier Windenergieanlagen errichtet werden sollen, landwirtschaftlich genutzt. Diese Nutzung wird auch nach dem Bau des Windparks weiterhin möglich sein. 

Sind die Windverhältnisse dort gut?

Das Windparkareal ist durch stete Windverhältnisse in der geplanten Nabenhöhe von 125 m gekennzeichnet. Ein Wind- und Ertragsgutachten hat diese Erwartung bestätigt.

Warum ist der Bau eines Windparks dort sinnvoll?

Im Regionalplan Münsterland (2015) wurden Windenergiebereiche ausgewiesen. Die Stadt Beckum hat zudem mit ihrer 16. Änderung des Flächennutzungsplans (2016) die Ausweisung von zusätzlichen Vorranggebieten für die Windenergienutzung beschlossen. In der ursprünglichen Planung der Stadt Beckum waren die vier jetzt geplanten Windenergieanlagenstandorte enthalten. Aufgrund geänderter Planungsabsichten der Stadt Beckum, wurde jedoch auf die Ausweisung von Vorranggebieten für die Windenergienutzung verzichtet. Nun gilt im Stadtgebiet Beckum der § 35 Abs. 1 Nr. 5 des Baugesetzbuchs (BauGB). Gemäß diesem ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich grundsätzlich privilegiert. Dies spricht dafür, dass die Stadt Beckum der aktuellen Windparkplanung positiv gegenübersteht. Bislang wurde kein neuer Plan für Nutzung durch Windenergie aufgestellt. 

Darüber hinaus bietet sich der geplante Standort durch die Nähe zur Autobahn an. Denn laut Windenergieerlass des Landes Nordrhein-Westfalen soll die Errichtung von Windparks verstärkt entlang derartiger Infrastrukturtrassen in Betracht gezogen werden. Durch die hier vorhandenen Vorbelastungen kann eine Beeinträchtigung durch die geplanten Anlagen deutlich reduziert werden. Aufgrund der Lage der geplanten Anlagen nahe eines Bestandsparks, kann die Windenergienutzung hier zentral gebündelt werden. Um die genaue Wirkung der geplanten Anlagen festzustellen, werden diese Zusammenhänge im Rahmen des Genehmigungsantrags genau betrachtet und bewertet. 

Was wird getan, um bauliche Maßnahmen zu minimieren?

Die Zufahrt erfolgt über bestehende Wirtschaftswege, die lediglich etwas ausgebaut werden müssen. Die Kranstellflächen wurden optimiert und die baulichen Maßnahmen auf das notwendige Ausmaß angepasst. Die Kabeltrasse führt zumeist in Banketten von bestehenden Wegen, sodass hier weitere Eingriffe in den Boden deutlich verringert werden können.

Weitere Ausgleichmaßnahmen in unmittelbarer Umgebung

Die notwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden derzeit von einem Umweltgutachter geprüft und im Genehmigungsverfahren festgelegt. Diese könnten etwa Maßnahmen zum Ausgleich der Rodung einzelner Bäume durch anschließende Wiederanpflanzung an anderer Stelle umfassen.

Unsere Ausgleichmaßnahmen direkt im Windpark Beckum

Eine Umweltbaubegleitung kontrolliert den Bau und stellt sicher, dass die naturschutzrechtlichen Auflagen eingehalten und die baulichen Maßnahmen auf ein Minimum begrenzt werden. Ein Großteil der Bauflächen wird lediglich temporär für die Bauphase errichtet und nach vollständiger Errichtung der Windenergieanlagen wieder zurückgebaut. Auch die großen Kurvenradien, die für die Transporte der langen Rotorblätter erforderlich sind, werden nach vollständiger Errichtung der Windenergieanlagen wieder entfernt. Für die Betriebsphase reicht eine einfache Zuwegung, sodass Servicefahrzeuge die Windenergieanlagen erreichen können.

Inhalt
    Kontakt
    DERE-Stefan_Barth-70x70.jpg
    Stefan Barth
    Projektentwickler
    BayWa r.e. Wind GmbH
    Felix Gmelin
    Ansprechpartner Presse
    BayWa r.e. renewable energy GmbH
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