Windpark Bedesbach

Ein Projekt der BayWa r.e. renewable energy GmbH

Windenergie in Rheinland-Pfalz 

Bereits 1990 ging in der Eifel die erste Windenergieanlage in Betrieb und seither entwickelte sich die rheinland-pfälzische Windindustrie stetig weiter. So wurde im Jahr 2014 eine Windenergieleistung von 462 MW installiert, was im Bundesländervergleich ein Spitzenwert darstellt. In Rheinland-Pfalz werden rund 50 Prozent des Stroms durch Erneuerbare Energien erzeugt. Davon erbringt Windenergie jährlich über 5.000 MW, d.h. etwa ein Drittel der landesweiten Stromerzeugung entspringt der Windenergie. Im vergangenen Jahr 2017 wurden 82 neue Windenergieanlagen mit 245 MW installierter Leistung gebaut. Insgesamt drehen sich heute in Rheinland-Pfalz 1.690 Windenergieanlagen und erzeugen sauberen Strom. Mehr erfahren Bis 2030 soll damit der Stromverbrauch bilanziell zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden, davon rund zwei Drittel aus Windenergie. Mehr erfahren

Windpark Bedesbach

BayWa r.e. hat die Projektrechte für den Windpark Bedesbach Anfang 2016 übernommen und im Frühjahr 2017 die Genehmigungen für das Projekt erhalten.
Im Windpark Bedesbach sollen fünf Windenergieanlagen des Herstellers Vestas mit einer Nabenhöhe von 149 m und einer Leistung von jeweils 3,45 MW errichtet werden. Die Gesamthöhe der Windenergieanlagen beträgt 212 m bzw. 217 m bei den beiden südlichen Standorten. Die Anlagen werden mehr als 50.000 MWh grünen Strom im Jahr erzeugen – das entspricht bilanziell über 15.500 Zwei-Personen-Haushalten.

Die Standorte liegen auf einem Höhenzug mit einer Geländehöhe von 330 m bis 398 m über NN. Mit der Turmhöhe von 149 m erreichen die Windenergieanlagen einen laminaren stabilen Strömungsbereich im Windprofil, sodass solide Erträge erzielt werden können.

Standort

Der Windpark Bedesbach befindet sich in der rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan in den Ortsgemeinden Ulmet, Bedesbach und Altenglan. Es handelt sich um fünf Standorte, die sich in einer ausgewiesenen Konzentrationszone für Windenergie gemäß Flächennutzungsplan befinden. Die Standorte befinden sich westlich der bestehenden drei Windenergieanlagen bei Welchweiler. Drei Standorte liegen im Gemeindegebiet von Bedesbach, ein Standort im Gemeindegebiet von Ulmet und ein Standort im Gemeindegebiet von Altenglan.

Übersichtskarte

Planung und Genehmigung

Der Realisierungsphase des Windparks ging eine detaillierte und ausgiebige Planungs- und Genehmigungsphase voraus. Da sich die Konzentrationszone über mehrere Ortsgemeinden erstreckt, wurden auch diese von Anfang an einbezogen. Für das Genehmigungsverfahren prüften Gutachter aus verschiedensten Fachbereichen das Projekt vorab auf Umsetzbarkeit, bevor das eigentliche Verfahren angestoßen wurde. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) wurden dann alle betroffenen Fachbehörden sowie Träger öffentlicher Belange beteiligt und nahmen ihre Prüfung und Beurteilung vor. Im Spätsommer 2016 lagen die Genehmigungsunterlagen öffentlich aus und Anwohner und Verbände konnten Eingaben zum Genehmigungsverfahren machen. Daraufhin 2016 fand ein sogenannter Erörterungstermin bei der Kreisverwaltung Kusel statt, bei dem die Eingaben diskutiert wurden und neue Aspekte noch Berücksichtigung im Genehmigungsverfahren finden konnten. Im Frühjahr 2017 wurde dann die Genehmigung zum Bau der fünf Standorte erteilt.

Detaillierte Planung und sorgfältige Gutachten sind Vorraussetzung

Sämtliche umwelt- und artenschutzrechtlichen Belange wurden durch externe Gutachter untersucht und Kompensationsmaßnahmen zugunsten des Landschaftsbildes sowie des Artenschutzes, aber auch zum Ausgleich des forstrechtlichen Eingriffs festgelegt. Weiterhin wurden umfassende Schall- und Schattenwurfprognosen erstellt, um die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte für Schall- und Schattenemissionen an allen relevanten Immissionsorten in der Umgebung sicherzustellen.

Die Verträglichkeit in Bezug auf Turbulenzen mit den bestehenden kleineren Windenergieanlagen sowie mit vorhandenen Freileitungen wurde ebenfalls von Fachgutachtern überprüft.

Im weiteren Verlauf wird das Projekt von unserem Regionalbüro in Mainz betreut.

Zeitplan

Die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen wurden wie geplant im Winter 2018 durchgeführt, da die erforderlichen Rodungen aus artenschutzrechtlichen Gründen nur im Winter erfolgen dürfen. Die weiteren Arbeiten laufen wie geplant, sodass je nach Witterung eine Inbetriebnahme des Windparks noch in 2019 oder Anfang 2020 erfolgen kann.

Windpark im Gebiet Bedesbach

Jede bauliche Errichtung stellt einen Eingriff in die Natur und Landschaft dar. Es ist uns daher besonders wichtig, mit großer Sorgfalt vorzugehen und entsprechend sensibel mit der Tier- und Pflanzenwelt umzugehen.

Wofür wird die derzeitige Fläche genutzt? Ist die derzeitige Nutzung mit den Windanlagen kombinierbar?

Die Konzentrationszone für Windenergie umfasst forst- und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Drei ältere Bestandsanlagen mit einer Höhe von ca. 100 m sind im Betrieb und werden durch die fünf Anlagen ergänzt. Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung wird außerhalb der Bauflächen und der Ausgleichsmaßnahmen auch nach dem Bau des Windparks weiterhin möglich sein.

Sind die Windverhältnisse dort gut?

Die Standorte liegen auf einem Höhenzug mit einer Geländehöhe von 330 m bis 398 m über NN. In Kombination mit der Turmhöhe von 149 m erreichen die neuen Windenergieanlagen damit ein Höhenprofil, sodass solide Erträge erzielt werden können.

Warum ist der Bau eines Windparks dort sinnvoll?

Die fünf Windradstandorte liegen in einer Konzentrationszone für Windenergie, womit die Ortsgemeinden die Windenergienutzung aktiv steuern. In einem detaillierten Planungsprozess mit öffentlicher Beteiligung wurden dafür die gesamten Flächen der umliegenden Gemeindegebiete auf ihre Eignung für Windenergienutzung untersucht. Anhand diverser Kriterien wie z.B. (Abstand zur Wohnnutzung, Artenschutz, Windverhältnisse etc.) wurden Potenzialflächen ermittelt und anschließend abgewogen. Das Ergebnis war u.a. die Konzentrationszone in den Gemeinden Ulmet, Welchweiler, Bedesbach und Altenglan, die auch zwei der bereits bestehenden drei älteren Windenergieanlagen umfasst. 

Was wird getan, um den Eingriff möglichst gering zu halten? 

Die Zufahrt erfolgt weitestgehend über bestehende Wirtschaftswege, die dafür lediglich ausgebaut werden. Zwei der fünf Anlagenstandorte befinden sich auf Acker- bzw. Wiesenflächen, drei in forstwirtschaftlich genutzten Flächen. Durch den Einsatz spezieller Transportfahrzeuge – sogenannte Selbstfahrer – werden die Kurvenradien und damit der Eingriff auf ein Mindestmaß reduziert. Temporäre Bauflächen, die nur für die Errichtung der Windenergieanlagen notwendig sind, werden nach vollständiger Errichtung des Windparks wieder zurückgebaut und größtenteils wieder aufgeforstet. Darüber hinaus werden umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt:

Weitere Ausgleichmaßnahmen in unmittelbarer Umgebung

Für den Windpark werden sehr umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt, die zum einen den Eingriff der Rodung (ca. 2,8 ha) kompensieren und zum anderen artenschutzrechtlich wirksam sind.

Unter anderem werden folgende Maßnahmen in Ulmet, Bedesbach und Altenglan umgesetzt:

  • 1,3 ha Wiederaufforstung der temporären Bauflächen je nach vorherigem Bestand mit Douglasien, Elsbeere, Winterlinden, Esskastanien 
  • 4,4 ha Neuaufforstung mit heimischen standortgerechten Laubbaumarten, (Traubeneiche, Winterlinde, Esskastanie, Elsbeere etc.)
  • 3,1 ha Waldumbau von Nadelholzbeständen in laubholzreiche Mischbestände durch sogenannten „Voranbau“ (Unterpflanzung der Nadelholzbestände mit Laubhölzern)
  • 22 Biotopbäume werden in einem ca. 110-jährigen Eichenmischwald gesichert und geschützt.

Effektiv beträgt die Rodungsfläche nach Wiederaufforstung der temporären Bauflächen ca. 1,5 ha. Dafür wird mit 4,4 ha jedoch fast die dreifache Fläche an neuem Laubwald angelegt und zudem 3,1 ha Nadelholzbestände in höherwertige und weniger anfällige Mischbestände überführt. Dazu kommen nochmals die dauerhafte Sicherung von 22 Biotopbäumen zum Ausgleich von Biotopfunktionen.

Der Windpark verfügt am Ende über ca. 2,9 ha mehr Wald als vorher.

Testimonial Film

Unser Windpark Obernwohlde in Schleswig-Holstein.
Inhalt
    Kontakt
    Jan Gombault
    Projektentwickler
    BayWa r.e. Wind GmbH
    Felix Gmelin
    Ansprechpartner Presse
    BayWa r.e. renewable energy GmbH

    Aktuelles

    November 2019 – Altenglan: Erste WEA „Al01“ vollständig errichtet, bei vier weiteren WEA stehen die unteren Turmsektionen
    November 2019 – Bedesbach: Umsetzung von ersten Ausgleichsmaßnahmen erfolgt (Waldumbau von Nadelholzbeständen in laubholzreiche Mischbestände durch sogenannten „Voranbau“)
    16. August 2019: Bürgerversammlung der Ortsgemeinde Bedesbach zum Windpark, 19:00 bis 20:30 Uhr, Gasthaus Born

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