Windpark Bruchwald

Ein Projekt der BayWa r.e. renewable energy GmbH

Windenergie im Saarland

Als traditionelles Kohleland deckt das Saarland derzeit noch etwa zwei Drittel seines Stromverbrauchs mit Steinkohle. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auf rund 20 Prozent steigen, was einer Leistung von 600 MW entspräche (Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr Saarland). Bis Mitte des Jahres 2016 stieg die Windenergieleistung auf 283 Megawatt – erzeugt von 141 Windenergieanlagen. Mehr erfahren Mit Blick auf den gesamten Sektor der erneuerbaren Energie belegt das Saarland im Bundesländervergleich leider noch immer einen der letzten Ränge, weil bislang weniger als 0,5 Prozent der saarländischen Flächen als potenziell geeignete Windgebiete ausgewiesen wurden. Mehr erfahren Laut Experten des Energiebeirats Saarland ist insbesondere in den Höhenlangen das Windpotenzial gegeben, denn es herrschen dort brauchbare Windgeschwindigkeiten ab 6 m/s.

Windpark Bruchwald 

BayWa r.e. hat die Projektrechte für den Windpark Bruchwald gemeinsam mit dem Windpark Spechenwald von einem regionalen Projektentwickler übernommen. Für das Projekt liegen bereits alle notwendigen Gutachten und Genehmigungen vor. Im Windpark Bruchwald werden drei Windenergieanlagen des Typs Nordex N131 mit einer Nabenhöhe von 134 Metern und einer Nennleistung von je 3 MW errichtet. Die Anlagen werden pro Jahr rund 19.000 MWh grünen Strom einspeisen – das entspricht dem jährlichen Strombedarf von rund 6.000 2-Personen-Haushalten.

Standort

Der Windpark befindet sich im Landkreis Saarlouis (Saar-Nahe-Bergland) zwischen den Gemeinden Schmelz im Nordwesten, Gresaubach im Nordosten und der Stadt Lebach im Süden innerhalb der Konzentrationszone „Bruchwald“ des Teilflächennutzungsplans „Windenergie“ der Stadt Lebach. Das gesamte Planungsgebiet liegt auf Flächen der Stadt Lebach entlang der Bundesstraße B268. 

Der erzeugte Strom wird durch ein Mittelspannungskabelsystem von der nördlichsten WEA über landwirtschaftlich genutzte Wege über eine Übergabestation zum Umspannwerk in Schmelz-Bettingen geleitet, wo er ins öffentliche Netz eingespeist wird. 

Erschlossen werden die drei Windenergieanlagen zunächst über die B268 und anschließend über forst- bzw. landwirtschaftlich genutzte Wege, die für Baustellen- und Transportfahrzeuge ausgebaut und ertüchtigt werden.

Übersichtskarte

Planung und Genehmigung

Für die Realisierung eines Windparks bedarf es einer ausgiebigen und detaillierten Planung und der Erstellung umfangreicher Genehmigungsunterlagen - vor allem naturschutzrechtlicher Fachgutachten. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) wurden alle betroffenen Fachbehörden zu den einzelnen, zu prüfenden Belangen befragt und zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert. Hierzu gehörten unter anderem die Natur- und Umweltbehörden, die Wasserschutzbehörde, die Immissionsschutzbehörde, die Landwirtschaftskammer, das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, das Wirtschaftsministerium, das Oberbergamt des Saarlandes, die Bundeswehr, das Innenministerium oder auch das Ministerium für Bildung und Kultur.

Detaillierte Planung und sorgfältige Gutachten sind Vorraussetzung

Als elementarer Bestandteil wurden sämtliche umwelt- und artenschutzrechtliche Belange durch unabhängige Gutachter überprüft sowie umfangreiche Kompensationsmaßnahmen zugunsten des Landschaftsbildes und des Artenschutzes, aber natürlich auch zum Ausgleich des waldrechtlichen Eingriffs festgelegt. Weiterhin wurden weitreichende Schall- und Schattenwurfprognosen angestellt, um die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte an allen relevanten Immissionsorten zu gewährleisten.

Im weiteren Verlauf wird das Projekt von unserem Regionalbüro in Mainz betreut.

Zeitplan

Der Zeitplan ist von vielen Faktoren abhängig. Unser Ziel ist es, die Windenergieanlagen so schnell wie möglich ans Netz zu bringen.

Vor Baubeginn musste zunächst ein topographisches Aufmaß des Geländes von einem Vermessungsbüro erstellt werden, auf dessen Grundlage die konkrete Ausführungsplanung von unseren Bauzeichnern ausgearbeitet wurde. Diese wurde im Anschluss sowohl vom Windenergieanlagenhersteller als auch von der ökologischen Baubegleitung vor Ort auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und freigegeben.Der Zeitplan ist von vielen Faktoren abhängig. Unser Ziel ist es, die Windenergieanlagen so schnell wie möglich ans Netz zu bringen. Vor Baubeginn muss jedoch zunächst ein topographisches Aufmaß des Geländes von einem Vermessungsbüro erstellt werden, auf dessen Grundlage die konkrete Ausführungsplanung von unseren Bauzeichnern ausgearbeitet wird. Diese muss im Anschluss sowohl vom Windenergieanlagenhersteller als auch von der ökologischen Baubegleitung vor Ort auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und freigegeben werden.

Bauablauf

Unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten sowie der Genehmigungsauflagen wurde die Rodung der Baufelder im Februar 2019 abgeschlossen. Von März bis Mai wurden die Wurzelstöcke entfernt und das Baufeld auf Kampfmittelvorkommen untersucht.

Zugunsten des Artenschutzes (v.a. der Fledermäuse) werden während der Sommermonate keine Bauaktivitäten stattfinden. Ab August wird die Infrastruktur hergestellt (Kabelverlegung, Errichtung von Wege- und Montageflächen), damit sich die Fundamentarbeiten im November/Dezember anschließen können. Nach dem Aushärten der Fundamente werden ab Januar 2020 abschließend die Türme errichtet und Rotorblätter installiert, bevor die letzte der drei Windenergieanlagen im April 2020 in Betrieb gehen kann.

Windpark im Gebiet der Stadt Lebach

Jede bauliche Errichtung stellt immer eine Veränderung der Natur und Landschaft dar. Es ist uns daher besonders wichtig, mit großer Sorgfalt vorzugehen und entsprechend sensibel mit der Tier- und Pflanzenwelt umzugehen.

Wofür wird die derzeitige Fläche genutzt? Ist die derzeitige Nutzung mit den Windanlagen kombinierbar?

Derzeit wird das Gebiet, auf dem der Windpark errichtet wird, sowohl forstwirtschaftlich als auch zur Wildjagd genutzt. Es dient darüber hinaus als Übungsgebiet der Bundeswehr und wird von Wanderern und Spaziergängern aufgesucht. Auch nach dem Bau des Windparks werden alle diese Nutzungsarten wieder möglich sein.

Sind die Windverhältnisse dort gut?

Die drei Windenergieanlagenstandorte liegen auf einer Höhe von guten 300 Metern über NN. Mit einer Nabenhöhe von 134 Metern und einem Rotordurchmesser von 131 Metern, erreichen die Windenergieanlagen eine Höhe mit steten Windverhältnissen. Durch zwei unabhängige Ertragsgutachten, die auf der Auswertung einer 12-monatigen Windmessung vor Ort basieren, wurden solide Ertragsprognosen erstellt, die einen wirtschaftlichen Betrieb des Windparks voraussagen.

Warum ist der Bau eines Windparks dort sinnvoll?

Bei dem Planungsgebiet handelt es sich um eine ausgewiesene Konzentrationszone für Windenergie innerhalb des Teilflächennutzungsplans „Windenergie“ der Stadt Lebach. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens nach BImSchG (Bundes-Immissionsschutzgesetzt) wurde die Verträglichkeit für Mensch und Natur nachgewiesen. Außerdem können sich die Stadt Lebach sowie die umliegenden Ortsgemeinden durch den Zubau mit den drei Windenergieanlagen bilanziell selbst mit Strom versorgen.

Was wird getan, um bauliche Maßnahmen zu minimieren? 

Die ursprüngliche Planung wurde von uns überarbeitet und waldstandortspezifisch optimiert, sodass die Rodungsflächen auf ein Mindestmaß reduziert werden konnten.
So wurde beispielsweise eine temporär benötigte Wendefläche sowie ein Lagerplatz aus dem Wald auf frei verfügbare Ackerflächen verlegt und die dauerhaft benötigten Kranstellplätze verkleinert. Außerdem werden die Rotorblätter per sogenannter „Einzelblattmontage“ nicht am Boden, sondern erst „in der Luft“ an die Nabe montiert. Sämtliche temporär genutzte Flächen werden zudem nach Abschluss der Bautätigkeiten unmittelbar wieder mit standorttypischen Laubbäumen aufgeforstet. 

Umweltgutachterbüro begleitet gesamte Bauphase

Eine ökologische Baubegleitung kontrolliert vor Rodung die Baufelder und begleitet die gesamte Bauphase des Windparks. Damit wird sichergestellt, dass alle naturschutzrechtlichen Auflagen eingehalten werden und der Eingriff auf ein Minimum reduziert wird. Darüber hinaus überwacht die ökologische Baubegleitung die Umsetzung aller Ausgleichsmaßnahmen und erstellt regelmäßig Bauberichte zur Vorlage bei der Naturschutzbehörde.

Unsere Ausgleichmaßnahmen direkt im Bruchwald

  • Wiederaufforstung aller temporär genutzten Waldflächen
  • Entwicklung von Alt- und Totholzbeständen (Biotopbaumausweisungen) zugunsten des Schwarzspechts und sonstiger Höhlenbrüter
  • Neuschaffung und Verbesserung von Jagdhabitaten durch waldbauliche Maßnahmen zur Verbesserung des Angebots geeigneter Nahrungshabitate für alle Fledermausarten
  • Sicherung und Erhöhung des Quartierangebots für alle Waldfledermausarten durch Anbringen von Fledermauskästen

Weitere Ausgleichmaßnahmen in unmittelbarer Umgebung

Forstrechtliche Kompensation:

  • Maßnahme „Klamenwies“: Aufforstung der dauerhaft gerodeten Waldflächen im Verhältnis 1:1 mit standorttypischen Laubbäumen
  • Maßnahme "Auf der Eidenhumes": (ggf. sukzessive) Umwandlung von Fichtenbestand in standortgerechte Hecken-/Feldgehölzstrukturen mit Magerwiesen 
  • Maßnahme "Kumpfloß Wäldchen": Entfernen des Riesenbärenklau und Anpflanzen von standortgerechten Hochstauden/Gehölzen
  • Maßnahme "Waldumwandlung Niedersaubach": (ggf. sukzessive) Umwandlung der Nadelgehölze und Pflanzung einheimischer Gehölze wie Erle und Esche

Kompensation der Landschaftsbildbeeinträchtigung: 

  • Maßnahme "In den Espen": Renaturierung des Steinbachs durch Entwicklung von Uferstauden und -gehölzen sowie Gehölzpflanzung (Kopfweiden, Erlen und Eschen) als Abgrenzung des Naturschutzgebietes „Steinbachtal“ zur Sportanlage
  • Maßnahme "Naturschutzgebiet Kuhnenwald-Huhngrund": Entwicklung einer Heckenstruktur aus standortgerechten Gehölzen am Rand des Naturschutzgebietes zu dessen Abgrenzung und Extensivierung des umliegenden Grünlandes

Testimonial Film

Unser Windpark Obernwohlde in Schleswig-Holstein.
Inhalt
    Kontakt
    Tanja Schlegel
    Projektentwicklerin
    BayWa r.e. Wind GmbH
    Felix Gmelin
    Ansprechpartner Presse
    BayWa r.e. renewable energy GmbH

    Aktuelles

    7. November 2019: Betonage des ersten Fundaments
    2. September 2019: Beginn  der Bauarbeiten
    23. April 2019: Bestätigung der Kampfmittelfreiheit
    April 2019: Untersuchung der Baufelder auf Kampfmittelbelastung
    März 2019: Wurzelstockentfernung
     

    News

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