Windpark Jembke

Ein Projekt der BayWa r.e. AG

Windenergie in Niedersachsen

Die Niedersächsische Landesregierung will zum Gelingen der Energiewende beitragen und strebt eine sichere und umweltfreundliche Energieversorgung an. Als kostengünstige, etablierte und klimafreundliche Technologie spielt die Windkraft dabei im Stromsektor eine Hauptrolle. Ohne die Windenergienutzung und deren Ausbau wird die Energiewende nicht gelingen.

Mit guten natürlichen Voraussetzungen kommt Niedersachsen eine besondere Verantwortung beim weiteren Ausbau der Windenergie in Deutschland zu, die über die Deckung des niedersächsischen Strombedarfs hinausgeht. Die Landesregierung geht davon aus, dass in Niedersachsen bis zum Jahr 2050 mindestens 20 GW an Windkraftleistung Onshore (an Land) realisiert werden können, was – unter Berücksichtigung zukünftiger moderner Windenergieanlagen – mit einem Flächenbedarf von voraussichtlich mindestens 1,4 Prozent der Landesfläche einhergeht.

Aktuell beträgt der Anteil der Windstromerzeugung (an Land und auf See) an der Bruttostromerzeugung rund 38%. Mehr erfahren

Windpark Jembke

Die BayWa r.e. plant die Erweiterung des Windparks Boldecker Land um drei Windenergieanlagen (WEA) des Windenergieanlagenherstellers Nordex. Bei der nördlichsten WEA handelt es sich um eine N-131 mit einer Nabenhöhe von 134 m, einer Leistung von 3,9 MW und einer Gesamthöhe von 199,5 m. Die in der Mitte und im Süden gelegenen Anlagen sind zwei N-149 mit einer Nabenhöhe von 164 m, einer Leistung von jeweils 5,7 MW und einer Gesamthöhe von 238,6 m.

Die Anlagen werden ca. 35.000 MWh grünen Strom im Jahr erzeugen – das entspricht dem jährlichen Strombedarf von über 11.400 Haushalten.

Planungsrechtliche Einordnung des Windparks

Das Windeignungsgebiet, in dem die Windenergieanlagen errichtet werden sollen, ist durch das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP 2008–1. Änderung) des Regionalverbandes Großraum Braunschweig von 2008 festgelegt und mit der Rechtskraft am 02.05.2020 abgeschlossen.

Für das Gemeindegebiet der Samtgemeinde Boldecker Land wurde das Gebiet: „Barwedel GF 7 Erweiterung“ ausgewiesen. Der bestehende Windpark mit 11 Windenergieanlagen des Typ V-80 mit einer Gesamthöhe von 140 m grenzt unmittelbar an das Erweiterungsgebiet.

Um im Zuge der Windparkplanung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung Rechnung zu tragen, beabsichtigt die Samtgemeinde Boldecker Land das Windeignungsgebiet im Flächennutzungsplan als Sondergebiet zur Nutzung der Windenergie auszuweisen.

Standort

Die Windenergieanlagen sollen auf den Flächen der Gemeinde Jembke und der Gemeinde Barwedel der Samtgemeinde Boldecker Land im Landkreis Gifhorn errichtet werden. Durch den Verlauf der geplanten Autobahn A39 ist die Gesamtfläche des Windeignungsgebietes in Nord/Süd Richtung räumlich getrennt.

Die Vorhabenfläche wird derzeit intensiv als Acker- und Grünlandfläche genutzt und kann auch nach dem Bau des Windparks weiter landwirtschaftlich genutzt werden. Umgebende Raumnutzungen sind überwiegend Äcker, kleine Wälder und Grünland sowie gewerbliche Nutzung und Wohnnutzung, geprägt von eher dörflicher Struktur.

Übersichtskarte

Planung und Genehmigung

Die Planung des Windparks Jembke blickt auf eine lange Historie zurück. Die Genehmigungsanträge wurden laufend aktualisiert, da durch das acht Jahre andauernde Aufstellungsverfahren des regionalen Raumordnungsprogrammes immer die neuesten gesetzlichen Regelwerke zu berücksichtigen waren. Zudem gab es Anpassungen bezüglich der lieferbaren Windenergieanlagentypen.

Diesem Prozess ging eine ausgiebige und detaillierte Planungsphase voraus. Dabei wurden insbesondere die Abstandskriterien zur nächsten Bebauung und den umliegenden Ortschaften Bokensdorf, Jembke und Barwedel berücksichtigt. Bedingt durch die Nähe zur geplanten Autobahn A39 und den bautechnischen- und straßenrechtlichen Bestimmungen ist die nördliche Windenergieanlage (WEA) kleiner im Rotordurchmesser und niedriger in der Gesamthöhe als die zwei südlichen WEA.

Zusätzlich bewertet ein Eisfallgutachten für die nördliche Windenergieanlage die möglichen
Auswirkungen auf den zukünftigen Autobahnbetrieb.

Im weiteren Verlauf wird das Projekt von unserem Regionalbüro in Braunschweig betreut.

Übersichtsplan

Netzanbindung

Die Kabel für die Netzanbindung an das öffentliche Stromnetz werden unterirdisch verlegt. Der durch die WEA erzeugte Strom wird in das Hochspannungsnetz des Netzbetreibers LSW Netz GmbH & Co. KG eingespeist.

Zeitplan

Nach aktuellem Verfahrensstand ist davon auszugehen, dass Ende 2021 die Genehmigung für den Windpark Jembke erteilt werden kann.

Mit dem EEG 2017 (Erneuerbare-Energien-Gesetz) wurden in Deutschland Ausschreibungen zu festgelegten Terminen für Windenergieprojekte eingeführt. Nach Erhalt einer Genehmigung nach BImSchG kann an einer Ausschreibung teilgenommen werden, um einen Zuschlag für die Vergütung des Windstroms zu erhalten.

Die Errichtung und Inbetriebnahme des Windparks ist für das erste Quartal 2023 geplant.

Windpark auf Flächen der Gemeinde Jembke und der Gemeinde Barwedel

Jede bauliche Errichtung stellt immer eine Veränderung der Natur und Landschaft dar. Es ist uns daher schon im Zuge der Projektplanung besonders wichtig, mit großer Sorgfalt vorzugehen und entsprechend sensibel mit der Tier- und Pflanzenwelt umzugehen.

Wofür wird die Fläche derzeit genutzt? Ist die derzeitige Nutzung mit den Windanlagen kombinierbar?

Derzeit werden die Flächen, auf dem die drei Windenergieanlagen errichtet werden sollen, landwirtschaftlich genutzt. Diese Nutzung wird auch nach dem Bau des Windparks weiterhin möglich sein.

Sind die Windverhältnisse dort gut?

Nach der Windpotenzialstudie für den Großraum Braunschweig sind in der Potenzialfläche ausreichende Windgeschwindigkeiten für den wirtschaftlichen Betrieb Windenergieanlagen vorhanden.

Warum wird der Bau eines Windparks gerade dort als sinnvoll erachtet?

"Der Ausbau der Windenergienutzung sollte mit der Änderung des RROP möglichst effizient durch Repowering und die Neuausweisung von Standorten für die Windenergienutzung umgesetzt werden. Raumbedeutsame Windenergieanlagen (WEA) sollten dem Grundsatz der „dezentralen Konzentration“ nach auf geeignete – möglichst umwelt- und sozialverträgliche – Standorte konzentriert gebündelt werden.
 
Mit Hilfe der 1. Änderung „Weiterentwicklung der Windenergienutzung“ des RROP 2008 sollte darüber hinaus:

  • der Windenergie substanziell Raum gegeben werden,
  • eine planerische Steuerung der Windenergienutzung im Verbandsgebiet sowie die bestmögliche Ausnutzung der angebotenen Standorte sichergestellt werden,
  • ein Beitrag zum aus dem Energiekonzept der Bundesregierung resultierenden Ziel eines Anteils regenerativer Energien von 35 % an der bundesweiten Stromerzeugung im Großraum Braunschweig geleistet werden,
  • der Ausbau der Windenergie verantwortungsvoll und unter angemessener Berücksichtigung von Konflikten zu konkurrierenden Raumnutzungen und Belangen gestaltet werden,
  • durch ein ausgewogenes Konzept sowohl ein hohes Maß an Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht als auch die angemessene Berücksichtigung wichtiger Umweltbelange sichergestellt werden.“

(Auszug aus dem Umweltbericht „Regionales Raumordnungsprogramm für den Großraum Braunschweig 2008, 1. Änderung- „Weiterentwicklung der Windenergienutzung“).

Was wird getan, um bauliche Maßnahmen zu minimieren?

Durch den Bau und Betrieb der Windenergieanlagen (WEA) entstehen bau-, anlage- und betriebsbedingte Beeinträchtigungen von Naturhaushalt, Boden und Landschaftsbild, welche ausgeglichen werden müssen. Um solche Beeinträchtigungen möglichst bereits im Vorfeld zu minimieren, werden verschiedene Vermeidungsmaßnahmen getroffen, beispielsweise durch:

  • die Optimierung der erforderlichen Erschließung durch Nutzung bereits bestehender Wege
  • keine erhebliche Beschädigung oder Zerstörung bedeutsamer Habitatstrukturen (Knicks / Feldhecken) durch die WEA-Standorte und Einhalten von größtmöglichen Abständen zu solchen Strukturen
  • Flächenversiegelungen werden so weit wie möglich räumlich begrenzt und temporärere Lager- und Montageflächen nach Abschluss der Bauarbeiten wieder rückgängig gemacht.

Eine Umweltbaubegleitung kontrolliert den Bau und stellt sicher, dass die naturschutzrechtlichen Auflagen eingehalten und bauliche Maßnahmen auf ein Minimum begrenzt werden. Ein Großteil der Bauflächen wird lediglich temporär für die Bauphase errichtet und nach vollständiger Errichtung der WEA wieder zurückgebaut. Auch die großen Kurvenradien, die für die Transporte der langen Rotorblätter erforderlich sind, werden nach vollständiger Errichtung der WEA wieder entfernt. Für die Betriebsphase reicht eine einfache Zuwegung, sodass Servicefahrzeuge die WEA erreichen können.

Weitere Ausgleichmaßnahmen in unmittelbarer Umgebung

Die Größe der Ausgleichsfläche für Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes, des Bodens und des Landschaftsbildes werden im Landschaftspflegerischen Begleitplan durch Umweltgutachter bewertet. Zum Ausgleich und Ersatz der nicht vermeidbaren Umweltauswirkungen des Vorhabens sind geeignete Maßnahmen durchzuführen.

Ziele der Kompensation sind insbesondere: Verbesserung der Habitatbedingungen für Vögel und Fledermäuse abseits der geplanten und bestehenden Windkraftanlagen.

Dies erfolgt z.B. durch Gehölzanpflanzungen, Umwandung von Acker- in Grünland und ähnliche Maßnahmen. Eine Attraktivitätssteigerung des unmittelbaren Windparkgeländes und damit eine Erhöhung des Kollisionsrisikos für solche Lebensräume nutzenden, Vogel- und Fledermausarten wird dadurch bewusst vermieden.

Weitere konkrete Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden mit den Niedersächsischen Landesforsten umgesetzt. Durch die Aufgabe der Nutzung geeigneter Flächen entstehen Naturwaldflächen, auf denen eine ungestörte Bodenentwicklung ermöglicht wird. Diese Maßnahmen sind bereits vertraglich gesichert.

Regionale Wertschöpfung

Wir sprechen nicht nur über regionale Wertschöpfung, sondern setzen diese ganz konkret vor Ort um.

Es ist uns in jedem Projekt ein besonderes Anliegen, dass die Bürger vor Ort sowie die lokale Wirtschaft teilhaben können und von dem Projekt profitieren. Sei es in Form einer finanziellen Beteiligung am Windpark, regionalen Stromtarifen oder sonstigen Mehrwerten für die Region. Wir möchten, dass ländliche Strukturen erhalten bleiben, gestärkt werden und nicht dadurch gefährdet werden, dass nur einige wenige vom Windpark profitieren.

Über die weitere Entwicklung – die abhängig von der Entwicklung des Projektes ist – werden wir Sie auf dem Laufenden halten. Darüber hinaus versuchen wir alle Bauarbeiten und Dienstleistungen durch Unternehmen aus der Region durchführen zu lassen.

EEG 2021

Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) in der ab dem 01.01.2021 gültigen Fassung sieht vor, dass Betreiber von Windenergieanlagen (WEA) mit umliegenden Gemeinden einen Vertrag schließen dürfen, in dem sie sich verpflichten, insgesamt 0,2 ct je erzeugte und vergütete kWh an die umliegenden Gemeinden zu zahlen. Bei einer aktuellen Anlagengröße und einer mittleren Windgeschwindigkeit kann eine solche Zahlung schnell 20.000 Euro je WEA betragen.

Wir als BayWa r.e. haben uns im Gesetzgebungsverfahren ausdrücklich für eine solche Regelung starkgemacht, die es Bürgermeistern und Gemeinderäten erstmalig ermöglicht, entsprechende Vereinbarungen mit Betreibern zu schließen, ohne sich dem Vorwurf der Korruption auszusetzen. Sind mehrere Gemeinden in einem Umkreis von 2.500 m um die WEA betroffen, ist die Zahlung auf die Gemeinden entsprechend ihrem jeweiligen Flächenanteil in diesem Radius aufzuteilen.

Sie möchten eine solche Zahlung zielgerichtet für die Umsetzung weiterer Maßnahmen in Ihrer Gemeinde zur Erreichung Ihrer Klimaziele einsetzen? Wir als BayWa r.e. sind neben der Erzeugung von Windenergie einer der größten Anbieter im Solarbereich und Vordenker für innovative ganzheitliche Energielösungen für Gemeinden und Unternehmen. Gerne prüfen wir für Sie Möglichkeiten, Ihren Weg zur Klimaneutralität zu beschreiten.

Auswirkungen vor Ort

Schallemissionen

Grundlage für die Zulässigkeit von Schallpegeln ist für Windenergieanlagen die sogenannte „Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm“, kurz TA-Lärm. Die TA-Lärm definiert je nach Gebiet einen bestimmten Lautstärkepegel (Immissionsrichtwert), der am Tag und in der Nacht nicht überschritten werden darf.

Die Einhaltung der jeweiligen Immissionsrichtwerte wurde durch unabhängige Schallgutachten bestätigt, wobei der vorhandene Bestandspark als Vorbelastung mit berücksichtigt wurde.
Um die Auswirkungen gering zu halten, werden die neuen Windkraftanlagen nachts in einem schallreduzierten Modus mit geringerer Leistung betrieben.

 

Schallemissionen im Vergleich

Schattenwurf

Für Windenergieanlagen gelten für Schattenwurf strenge Grenzwerte. An einem Immissionsort (Wohnhaus) dürfen

  • täglich nicht mehr als 30 Minuten und
  • jährlich nicht mehr als 30 Stunden

Schattenwurf entstehen.

Wird einer dieser Grenzwerte erreicht, schaltet die WEA automatisch ab.

Bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung

Unter einer Bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung wird verstanden, dass die Nachtkennzeichnung / Befeuerung der Windenergieanlagen lediglich angeschaltet wird, wenn sich ein Flugzeug dem Windpark nähert. Erst bei Annäherung eines Flugzeuges schaltet das System die Nachtkennzeichnung / Befeuerung ein, sonst bleibt die Nachtkennzeichnung / Befeuerung aus.

Für den Windpark Jembke planen wir ein entsprechendes System umzusetzen, vorausgesetzt die örtlichen Genehmigungs- sowie Luftfahrtbehörden lassen ein solches System im Windpark zu.

Was macht die BayWa r.e.?

BayWa r.e. realisiert weltweit Erneuerbare Energien Projekte im Bereich Wind, Solar und Biomasse und allen damit im Zusammenhang stehenden Bereichen wie z.B. E-Mobilität, Wasserstoff und Sektorenkopplung.

In den Niederlanden haben wir beispielsweise vor kurzem gemeinsam mit Lidl den ersten emissionsfreien Supermarkt umgesetzt und befinden uns derzeit in der Realisierungsphase für ein Solarprojekt in Spanien, mit dem AB InBev (darunter die bekannte Biermarke Budweiser) seine Biere künftig europaweit mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen brauen kann.

Wir sind selbst Teil der RE 100 Initiative. Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind für uns gelebte Praxis wie auch die Schaffung von Mehrwert vor Ort durch unsere Projekte.

Unser Windpark Obernwohlde in Schleswig-Holstein

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    Michaela Schönberger-Bartsch
    Project Developer
    BayWa r.e. Wind GmbH
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